Die Gründungsgeschichte
des Golf- und Landclubs Nordkirchen e.V.
von Dr. Walter Schlutius

 
Das Münsterland war 1974 golferisch noch ein Entwicklungsland. Es gab nur zwei Vereine: den Golfclub Münsterland in Burgsteinfurt und den Golfclub Münster-Wilkinghege.
In Nordkirchen wohnende golfbegeisterte Mitglieder dieser beiden Clubs waren es, die nicht einzusehen vermochten, weswegen man relativ weite Wege in kauf nehmen soll,  wenn für einen Golfplatz
geeignetes Gelände "vor der eigenen Haustür" liegt.
Dr. Walter Schlutius
Der Gedanke, im südlichen Münsterland eine attraktive Golfanlage zu bauen, fand schnell Anhänger. Ganz vorne dabei war Franz Brinkmann, ein welterfahrener Geschäftsmann mit Wohnsitz in Nordkirchen und Golferfahrung auf allen Kontinenten, der sich bereit erklärte, das schwierige Amt des Gründungspräsidenten zu übernehmen.
Die Gründungsversammlung fand am 10. Juli 1974 im Wirtshaus "Zum letzten Wolf" bei Herbern statt und es wurde folgender Gründungsvorstand gewählt:

Franz Brinkmann (Nordkirchen)
Präsident
Franz Lammsfuß (Nordkirchen)
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Klaus Mielke (Nordkirchen)
Schriftführer
Dr. Jochen Moormann (Werne)
Platzwart
Dr. Klaus Petersen (Lüdinghausen)
Schatzmeister
Dr. Walter Schlutius (Nordkirchen)
Spielführer
Eugen Vernekohl (Nordkirchen)
Jugendwart
Der Gründungsvorstand

Für das Amt des Vizepräsidenten konnte Herr Dr. Rudolf Preuß, Dülmen, unser jetziger Ehrenpräsident, gewonnen werden.
Zunächst hatten die Gründer für die Golfanlage die das Schloss Westerwinkel bei Herbern umgebenden Flächen ausersehen.
Jedoch, der als sehr stören empfundene Autobahnlärm, der von der in der Nähe vorbeiführenden "Hansalinie" herüberdrang, war Anlaß, auf neue Suche nach einem geeigneten Gelände im Raum Nordkirchen zu gehen. Dieses Unterfangen erwies sich als äußerst schwierig. Der Landwirtschaft ging es damals noch nicht so schlecht, und unter "Golfplatz" konnte sich damals ein Bauer im Münsterland gar nichts vorstellen.
Im Jahre 1975 gelang es endlich einer Findungskommission, bestehend aus Dr. Jochen Moormann und Dr. Walter Schlutius, unterstützt durch den ehemaligen Gemeindedirektor, Herrn Antonius Perdun, das Gelände zu finden, das für den eines Golfplatzes als besonders geeignet erschien.
Ich nahm es auf mich, der den Bauernhof bewirtschaftenden Familie Nölker klarzumachen, dass es für sie am wirtschaftlichsten und damit am vernünftigsten sei, die Landwirtschaft aufzugeben, 20 Kühe abzuschlachten und die Flächen an den Golfclub zu verpachten. Auf meine Frage, ob man wisse, was Golf sei, antwortete Oma Nölker: "Ist das nicht das, was der Adenauer immer in Italien gemacht hat?" (Sie meinte Boccia!)
Zur großen Freude der Gründer beschloss die Familie unter Führung der weitsichtigen Oma, sich in das Abenteuer Golf zu stürzen. Da nur 20 ha zur Verfügung standen, mussten vom Vorstand weitere Flächen gesucht werden. Ideal waren die angrenzenden Wiesen des Nachbarbauern Mett. Dieser zögerte jedoch sehr, sie dem Golfclub zu verpachten und bei den Clubmitgliedern stellte sich die bange Frage: "Macht Mett mit?" - Mett machte nicht mit. Dank der außerordentlich hilfreichen Unterstützung des zwischenzeitlich verstorbenen Bevollmächtigten des Herzogs von Arenberg in Nordkirchen, Aloys Suttrop, konnte durch eine umfangreiche Ringtauschaktion eine gleichwertige Lösung gefunden werden.
Ca. 30 ha Planungsfläche standen nun zur Verfügung, für die unser Golfarchitekt Harald Gratenau eine attraktive Planung einer 9-Löcher-Anlage vorlegte. Eine behördliche Genehmigung - man kann es heute nicht für möglich halten - war nicht erforderlich. Es genügte lediglich eine sogenannte "Bauanzeige" mit der die Gemeinde Nordkirchen über das beabsichtigte Bauvorhaben informiert wurde.
Mit der Aufnahme des 100. Mitglieds sollte der Startschuß zum Baubeginn gegeben werden. Im Juli 1975 war es endlich soweit.
Unter der souveränen Bauleitung von Dr. Jochen Moormann wurde das Projekt schnell und kostengünstig durchgezogen.
Im April 1976 begann auf der Fläche zwischen Bahn 1 und Bahn 9 (Früher Bahn 2) das Golftraining. Erster Golftrainer war Jakob Ammer, ausgestattet mit einem hervorragenden Stil und spröden bayerischen Charme, der zunächst in einem auf dem Parkplatz aufgestellten Wohnwagen mehr hauste als wohnte.
Viel Freude machte unseren Mitgliedern während der Bau- und Anwachsphase ein Dreierparcour, der auf der jetzigen Drivingrange abgesteckt war.
Ab September 1976 endlich konnte die gesamte Golfanlage bespielt werden.
In dem bereits im Sommer fertiggestellten Clubhaus, einem umgebauten Schweinestall, entwickelte sich schnell ein besonders intensives Clubleben.
Am 20. Mai 1978 wurde der Golfplatz Nordkirchen offiziell feierlich eröffnet. Fast alle 175 Mitglieder und viele Gäste und Honoratioren waren anwesend. Präsident Franz Brinkmann schlug den goldenen Golfball gekonnt in einen strahlendblauen Frühlinshimmel: ein günstiges Omen für die stetige und positive Entwicklung unsere Clubs.
Bei ständig steigender Mitgliederzahl wurde der Wusch, die Golfanlage auf 18 Löcher zu erweitern, immer dringlicher geäußert.
Auch setzte sich die Auffassung durch, dass die Zukunft des Golfclubs Nordkirchen nur dann gewährleistet sei, wenn man eine sportlich vollwertige Anlage präsentieren kann. Dies hat sich ohne Zweifel als richtig herausgestellt, weil inzwischen in der näheren Umgebung zahlreiche Golfplätze entstanden sind, an denen Nordkirchen sich messen lassen muss
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Unter der umsichtigen und tatkräftigen Leitung unseres Präsidenten Dr. Rudolf Preuß konnte das angestrebte Ziel schnell realisiert werden, obgleich jetzt zahlreiche behördliche Hürden zu überwinden waren. Etwa 30 ha angrenzende Flächen wurde z.T. nach schwierigen Verhandlungen angepachtet.
Golfplatzarchitekt Christoph Städler ist es gelungen, die neuen Golfbahnen so zu gestalten, dass man den Eindruck gewinnt, Nordkirchen sei von vornherein als 18-Loch-Anlage konzipiert worden.

preuss


Am 11. August 1992 wurde die erweiterte Anlage unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit und der Golfprominenz offiziell eingeweiht. Den Mitgliedern und stets willkommenen Gästen stehen nunmehr ein Golfplatz zur Verfügung, der den heutigen Anforderungen des Golfsports voll entspricht und auch dank seiner landschaftstypischen Gestaltung außerordentlich reizvoll ist.

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